Dynamik, Erfolg aus technologischen Innovationen und höchster Qualitätsanspruch: Dafür steht die KEBA AG seit 1968. Um den wachsenden Entwicklungen im Unternehmen mehr Raum zu geben, wurde ein großräumiger Umbau des vor 20 Jahren errichteten Betriebsgebäudes 10 in Linz-Urfahr geplant. Im Zuge einer Masterplanerstellung wurden die Potenziale des ehemaligen Gewerbehofs mit den modularen und somit gut adaptierbaren Gebäudestrukturen neu konzipiert und in ein innovatives, vielfältig nutzbares Dienstleistungs- und Produktionsquartier umgewandelt.
pro constructa Bau wurde mit der Abwicklung und Koordination der Umbaumaßnahmen betraut.
Das Projektziel war es, das bestehende Bürogebäude zu entkernen und moderne sowie funktionelle Büros im Industriestandard zu schaffen. Um ökologische Standards zu erfüllen, sollte auch eine vollständige thermische Sanierung durchgeführt werden.
Im ersten Schritt wurde das Bestandsgebäude entkernt, um danach das Dach zu entfernen und es an das tiefere Höhenniveau des Nachbargebäudes anzupassen. Hierfür wurde an der Gebäudeseite eine Achse zugebaut und aufgestockt. Durchführungen und entsprechende Stahlkonstruktionen an den Bestandswänden sorgen für Stabilität.
Im Erdgeschoss des Gebäudes werden Industrieroboter und Steuerungen entwickelt und getestet, wofür speziell entkoppelte und gelagerte Maschinenfundamente errichtet wurden. Der Zubau gestaltet die Eingangssituation, Erschließung und Empfangsbereiche großzügig und modern. Ein breiter Verbindungsgang im ersten Stock - genutzt als „Future-Zone“ - verbindet das Hauptgebäude mit dem angrenzenden, ebenfalls sanierten Betriebsgebäude.
Die Gebäudetechnik wurde vom Erdgeschoss bis ins oberste Geschoss vollständig erneuert. Um eine sichere Statik zu gewährleisten, mussten für die Adaptierung der einzelnen Geschosse Wandöffnungen in den Stahlbetonwänden vorgenommen und teilweise statische Ersatzmaßnahmen bzw. Konstruktionen errichtet werden.
Das 2-hüftig angelegte Raumkonzept sieht Bürozonen am Rand und Multifunktionszonen mit Open-Office-Struktur in der Mitte der Büroflächen vor. Glastrennwände mit Stahlunterkonstruktion sowie Gipskartonwände sorgen für eine räumliche Trennung und einen konzentrierten Arbeitsbereich in den Büroräumen. Neue WC- und Sanitäranlagen wurden ebenfalls integriert. Die installierte offene Technikdecke mit Niedertemperatur-Heiz- und Kühlpaneelen soll zusätzlich akustisch und schalldämmend wirken. Eine Treppe verbindet die beiden Bürogeschosse.
Bereits zu Beginn der Bauphase wurden zwei Musterbüros mit entsprechenden Glaswänden, Belägen und Türen sowie modernster Technik umgesetzt, um dem Bauherrn eine Bemusterung zu ermöglichen.
Brandschutztechnisch adaptiert – durch den Einbau von Brandschutzportalen - wurde das bestehende Stiegenhaus und als Fluchtstiegenhaus umgebaut.
Der bestehende Gussasphaltboden in der ursprünglichen Lagerhalle wurde, nachdem er auf Schadstoffe geprüft wurde, in mehreren Schritten aufwendig bearbeitet und in ein edles Bitumen-Terrazzo umgewandelt.
Auch für die neue Lüftungszentrale, die auf dem Dach installiert wurde, waren statische Ersatzmaßnahmen in Form von Stahlkonstruktionen erforderlich. Da das bestehende geothermische Heiz-/Kühlsystem das Wärme-/Kälteverhältnis bereits größtenteils reguliert, wurden nur zur Spitzenlastabdeckung zwei Kompaktkältemaschinen auf dem Dach errichtet. Der zusätzliche Fernwärmebedarf wird durch die thermische Fassadensanierung mittels WDVS-Systems und den Einsatz von Niedertemperatur-Heiz-Kühlsegeln an den Innenraum-Decken abgefedert. Eine Reduzierung der Raumlüftung auf den hygienischen Mindestluftwechsel, die effiziente LED-Beleuchtung in den Büroräumlichkeiten, die Installierung einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und weitere Maßnahmen, bedienen die nachhaltigen, ökologischen Anforderungen an das Umbauprojekt.
Die geschliffene, glatte Putzoptik an der Fassade, der dunkle Reibputz an den Loggien und die mit Metall verkleideten Raffstorekästen sorgen für einen modernen Industrial-Chic des Gesamtgebäudes.
Für die Fenstererneuerung wurden zu Beginn der Bauzeit die Naturmaße genommen, sodass die Fenster bereits nach zehnwöchiger Bauzeit getauscht werden konnten. Einige Öffnungen bzw. Durchbrüche wurden optimiert, um die geforderten Belichtungsflächen zu schaffen.
Die Außenanlagen wurden – nach Prüfung der Kanalanlagen - umfassend saniert, einschließlich der Kanalschächte, Asphaltflächen, Parkflächen sowie Grün- und Versickerungsflächen. Die Parkplätze wurden mit vier Sickermulden zur Oberflächenentwässerung ausgestattet, und eine weitreichende Bepflanzung mit geeigneten Bäumen wurde durchgeführt.
| Auftraggeber | KEBA Facility Management GmbH & Co KG |
|---|---|
| Standort | Linz |
| Leistungen | Terminplanung, Rechnungswesen, Bauleitung, BauKG, Übergabe |
| Bauzeit | April 2021 - August 2022 |
| Planung | trafo Kirchmayr & Nöbauer GesbR |
| Objektfotografie | Wolfgang Thaler |
| Projekt | Erweiterung und Funktionssanierung KEBA BG 10 Linz |